|

Katzenleben
Rambo & Cindy
Tja, mit den beiden begann meine Karriere als Katzenbändiger. Sie wurden 1987 halbverhungert von Kindern auf dem Hinterhof neben Müllcontainern gefunden. Für den Tierarzt stand fest, dass die *kleine Schwarze* nicht durchkommt.
Aber Männer reden viel, wenn der Tag lang ist - und sie kamen beide durch. Tag und Nacht alle 2 Stunden eine Dröhnung Katzenmilch; wie das so ist bei Säuglingen.
Das Aufs-Katzenklo-Gehen habe ich ihnen mit einem kleinen Trick beigebracht: einfach ein Tablett (mit Rand) mit Katzensteinen gefüllt und nach jeder Mahlzeit (und dem dazugehörenden Bauchrubbeln) rauf aufs Tablett. Anschließend noch mit den Vorderpfötchen in den Steinen gekratzt; und nach kurzer Zeit hatten sie es kapiert.
Beide wurden zu an sich ruhigen, liebenswürdigen Mitbewohnern. Und zumindest Rambo, der Tiger, hat sich bedankt, indem er zwei Tage VOR dem Kastrationstermin *gekatert* hat. Somit kam knapp zwei Monate später eine Hausgeburt auf mich zu.
Rambo wurde übrigens 14, Cindy 17 Jahre alt...
Black Nicky
Mit Nicky hielt das Chaos Einzug. Sie wurde 1988 auf meiner Dienststelle abgegeben, weil sie - angeblich - auf einem Balkon gefunden wurde; da war sie ca. 4 Monate alt. Nach meinen relativ kurzen Erfahrungen mit ihr, könnte sie durchaus selbst dorthin gelangt sein. Kein Fenster, keine Tür war vor ihr sicher. So kam das, was kommen musste: ich bat katzenunerfahrenen Logierbesuch, die Fenster nach dem Lüften zu schließen; eben dies geschah nicht.
Tja, wenn man sich schon auf Menschen verlässt.
Eins musste man ihr lassen: sie konnte jeden beim Billard-Spielen zur Weißglut treiben. Ob an dem Aberglauben an schwarze Katzen doch was dran ist? Immerhin *hinterließ* sie mir RINGO - das Ergebnis der *Katerei* mit Rambo. Aber ihrem Wesen nach wird sie bestimmt bald Herrin eines Friedhofrudels geworden sein....
Ringo, die Erbse
So, das ist nun das *Überraschungspaket* des Jahre 1989. Eigentlich hatte er ja Glück: eine nette Tante (Cindy), nen prima Papa (Rambo). Nur Mutter Nicky war so gar nicht begeistert von ihrer Mutterrolle. Trotzdem wuchs er so auf, wie es sich in einer Katzenfamilie gehört; nur dass bei vielen Katern nicht so richtig ein Familiensinn entsteht.
Ringo, auch *Erbse* genannt, glich seinem Daddy so genau, dass niemand außer mir die beiden unterscheiden konnte. Er war genauso ruhig und friedlich, natürlich verspielt und verschmust und hatte eine ausgesprochene Vorliebe für Leberwurst-Brote.
Den allergrößten Erfolg bei seinen Kumpels hatte er, als er klammheimlich ein kochenden Suppenhuhn direkt aus dem Topf stibitzte, während der Rest der Verschwörer in Sicherheit unter dem Esstisch hockte. Logisch - die warteten nur darauf, dass die Beute geteilt wird. Im Sommer lag er sehr gerne auf dem Balkon unter dem Sonnenschirm oder dem Wäscheständer - je nach Temperatur.
Was anfangs wie ein vereiterter Zahn aussah, entpuppte sich als bösartiger Tumor. Schließlich musste er im Sommer 2003 eingeschläfert werden. Zumindest diese Tierverwertungsanlage blieb ihm erspart: er fand seine letzte Ruhe neben tierlieben Menschen im Grünen.
Sheila
....das Sorgenkind - früher wie noch heute. Auf sie aufmerksam wurden wir 1991 durch einen Zeitungsartikel in der BZ. Eine Katzenliebhaberin bat um Unterstützung, da sie ebenfalls herrenlose Katzenbabies aufnahm und es irgendwann mal zuviel wurde.Sheila wurde aus einem fast vollen Müllcontainer gefischt. Dieses Trauma hat sie nie abgelegt, vielleicht auch, weil sie schon ca. vier Monate alt war. Sie hat sich zwar in das Rudel ganz gut eingefügt, aber mit Menschen hat sie definitiv nichts am Hut. Sie war bis jetzt auch die einzige, die mich immerhin so stark verletzte, dass ich zum Notarzt musste.
Sheila ist die letzte der Müll-Katzen, die noch hier lebt. Außer mit Fressen und Schnarchen ist sie hauptsächlich damit beschäftigt, Herrn Frodo durch die Bude zu scheuchen, was der allerdings auch noch toll findet, denn die Teppiche rutschen so schön durch die Gegend. Jetzt - in gesetztem Damenalter - geruht sie, an mir zu schnuppern und mir am PC durch ihre unvergleichliche Anwesenheit Gesellschaft zu leisten. Seit neuestem versuche ich, sie mit einer Bürste anzufreunden, vielleicht lässt sie sich ja doch mal kämmen.Na, ich habe ja auch nichts anderes zu tun.
Sheila ist am 15.4.2007 friedlich zuhause eingeschlafen...
Jennifer
*Mama, was ist in dem Karton??* schien Gandalf zu fragen.Tja, was wohl ? Ne kleine Katze. Was sonst ?
In meinem Fall ca. 14 Tage alt, verlassen, weggeworfen?? Jedenfalls ein neues Opfer der Wegwerfgesellschaft. Und in unserer grenzenlosen Tierliebe ab sofort ein neuer Mitbewohner, flugs auf den Namen *Jenny* getauft.*Willkommen im Club* schnurrt mein Oberkater Rambo und zischt ab.*Ach Gottchen, ne Kleene!* säuselt Cindy, seine Schwester, *nicht mit mir!* *Boar, ne Nervensäge!! Also, nee!!* zieht Ringo nen Flunsch.
Und Sheila ist das alles wurscht: *Das Körbchen bleibt aber meins!!* Nur Gandalf, die Plage aller Rottweiler, der Berliner Kampfyorkie, unser australischer Hühnerwürger, ist außer sich vor Freude: *Quietscht das auch oder isses einfach nur?* Zur Vorsicht hatten wir klein Jenny eine Woche in einem großen Pappkarton mit Deckchen und Kuscheltier untergebracht sowie sie noch mit Katzenmilch gefüttert. Täglich besuchte sie ihr neuer Freund Gandalf, kontrollierte ihre Höhle, eben was ein Freund so tut.
Damit war er ihr erster wahrgenommener Eindruck von einer - *Katze*. Sie hielt sich nur noch an ihn, umgarnte ihn nach Katzenart, was er sich - nach anderen Erfahrungen mit den *Großen*- standhaft gefallen ließ. Sie teilten sich das kleine Sofa (vorher eigentlich meins). Es ging sogar so weit, dass Jenny den anderen Katzen gegenüber überaus dominant wurde, obwohl sie die kleinste von allen war. Sie hatte ihren Hund und war die Größte!!
Nur das gemeinsame Gasse-Gehen haben wir unterlassen, denn sie hasste Halsbänder oder Geschirr. Wäre in der City auch nicht so optimal gewesen.
Da ahnte ich noch nicht, dass Jenny wahrscheinlich selbst schuld an ihrer Misere war und es sie immer wieder in die Freiheit zog...
Das Copyright an den Texten und Bildern liegt bei mir.
|